DM-Bahnmeisterschaft Bayreuth

7. Deutsche Bahnmeisterschaft im Speedskaten für Blinde und Sehbehinderte

DM-Bayreuth2016Am 11. Juni 2016 starteten wir mit 6Teilnehmern und Volker als Begleiter um 7 Uhr mit dem Zug nach Bayreuth. Die Buslinie ab Bahnhof in Bayreuth zeigte, wie schwierig Reisen für blinde und sehbehinderte  Menschen sein kann. Die Bushaltestelle war an einen anderen Ort verlegt und aufgrund der mangelhaften Beschreibung nicht zu finden. Der Bus hielt etwas verspätet vor dem Bahnhof und konnte an Hand der Busnummer gefunden werden. Wir vergewisserten uns beim Fahrer, dass er wirklich zum Friedensplatz fuhr. Im Bus gab es keine Haltestellendurchsagen, daher baten wir den Fahrer, uns anzusagen, wenn die Haltestelle erreicht ist. Dennoch fuhr der Bus an der Haltestelle vorbei, ohne anzuhalten. Auf erneute Ansage, dass wir am Friedensplatz aussteigen wollten, sagte der Fahrer, dass wir schon vorbeigefahren seien. Er hielt dann an und ließ uns aussteigen. Den Weg fanden wir dann mit GoogleMaps und kamen wie geplant um 8:30 Uhr an der Sportstätte an. Da trafen wir Günther Hofmann und fragten, ob er nicht Begleitskater für den 2000 m Lauf machen könnte, da ein Begleitskater kurzfristig absagen mußte. Er war gerne bereit. Bei der Nummernausgabe trafen wir Rudy vom Verein, der sich ebenfalls als Begleitskater für Johannes anbot, so dass nun alle Skater mit Begleitern versorgt waren. Beim 300 m Einzelstart begleitete Michael sowohl Simon als auch Matthias. Zwischen den Starts hatte er Pause, da die anderen Starter dazwischen gelegt wurden. Durch denselben Begleiter konnten die beiden ihre Leistung unabhängig vom Begleiter gut vergleichen.

Der 20Johannes-Rudi-Matthias-Michael00 m Lauf der Startklassen B1 und B2 wurden in einem Lauf durchgeführt. Es waren also 6 blinde/sehbehinderte Starter mit 6 Begleitern auf der Bahn. Wir sollten zunächst alle in einer Linie starten. Auf den Hinweis, dass dies zu gefährlich sei, starteten die B2 Teilnehmer in der ersten Reihe und die vollblinden B1 Starter in der zweiten Reihe. Auf der Gesamtstrecke verteilten wir uns dann, so dass der Lauf in dieser Formation problemlos funktionierte. Dankbar registrierten wir, das uns vom Veranstalter vor unseren Läufen Einfahrzeiten gegeben wurden, bei denen nur die blinden und sehbehinderten Skatern mit ihren Begleitern auf der Strecke waren. Wir waren zeitweise auch beim allgemeinen Einfahren dabei, was jedoch für unsere Teilnehmer schwierig war. Die vollblinden Skater der Startklasse B1 skaten inzwischen alle im Windschatten hinter dem Begleitskater. Die geübteren Skater wie Simon und MatthiaSimon-Günther-Johannes-Rudis waren sehr dicht hinter dem Begleitskater, Gaby hielt noch zu viel Abstand, weil sie nicht auffahren wollte. Der Abstand muss bei Training noch vermindert werden, da mit gstreckter Hand auf längere Distanzen es zu anstrengend ist. Nach dem Start der 2000 m Strecke fing es leicht zu nieseln an. Das war aber kein Problem, die Strecke nahm den Regen auf, ohne dass wir ins Rutschen gekommen wären. Die ovale Bahn mit den relativ kurzen Geraden auf der Längsseite ist für die blinden/sehbehinderten Skater nicht leicht zu fahren. Aus diesem Grund entschieden wir uns, dass Johannes und Eugen mit Handführung zum Begleitskater skaten.

Alle Teilnehmer erreichten Deutsche Meistertitel 2016, die Herren auf jeweils unterschiedlichen Distanzen. Die vollblinden Skater waren schneller als die blinden/hochgradig sehbehinderten mit Sehrest.

Ergebnisliste des BRIV als PDF von der Webseite des BRIV herunterladen

Drei Deutsche Rekorde wurden verbessert:

  • Matthias verbesserte seinen Rekord auf 300 m aus dem Jahr 2009 um 2/10 Sekunden.
  • Simon verbesserte den bisherigen Rekord auf 2000 m von Matthias aus dem Jahr 2015 um 10 Sekunden.
  • Leyla verbesserte ihren Rekord auf 2000 m aus dem Jahr 2016  um 4 Sekunden.

Insgesamt war es eine schöne Veranstaltung. Siegerehrung-Leyla-PetraDas Wetter war ok, bewölkt ohne Regen, bis auf ein kurzes Nieseln. Die Begleitskater absolvierten ihre Aufgabe hervorragen, dafür sei ihnen ein besonderer Dank ausgesprochen, denn ohne sie wäre das Speedskaten von blinden Menschen nicht möglich.

Die Zeiten fehlen noch und werden nachgetragen, sobald sie zur Verfügung stehen.

Fotos: Matthias Gottschalk

Gaby-Volker

  • Eichenseer, Gabriele – 28 – w – B1    
  • Begleiter: Volker Springhart
    • 300 m          1:01,670 Min.
  • 2000 m       6:40,732 Min.
  • Deutsche Meisterin 2016 Masters AK30 B1 Distanz 300 m und 2000 m

 

 

Simon-Günther

  • Bienlein, Simon – 33 – m – B1
  • Begleiter: 300 m Nichael Müller und 2000 m Günther Hofmann
  • 300 m        48.120 Sek.
  • 2000 m   5:12,052 Min.
  • Deutscher Meister 2016 B1 m AK30 Distanz 2000 m

 

 

 

Matthias-Michael

  • Landgraf, Matthias – 36 – m – B1
  • Begleiter: Michael Müller
  • 300 m        47.280 Sek.
  • 2000 m   5:16,355 Min.
  • Deutscher Meister 2016 B1 m AK30 Distanz 2000 m

 

 

 

Johannes-Rudy

  • John , Johannes – 35 – m – B2
  • Begleiter: Rudy Stühler
  • 300 m        51.251 Sek.
  • 2000 m   5:16,462 Min.
  • Deutscher Meister 2016 B2 AK30 Distanz 2000 m

 

 

 

Eugen-Christian

  • Riske – Eugen – 38 – m – B2
  • Begleiter: Christian Reiser
  • 300 m         49.919 Sek.
  • 2000 m    5:29,962 Min.
  • Deutscher Meister 2016 B2 AK30 Distanz 300 m

 

 

 

Leyla-Petra

  • Nemati, Leyla – 42 – w  – B2
  • Begleiterin: Petra Raab
  • 300 m        41.524 Sek.
  • 2000 m    4:45,938 Min.
  • Deutsche Meisterin 2016 B2 AK40 Distanz 300 m und 2000 m

 

 

SiegerehrungSimonundMatthias

Teilnehmer Bahnrennen Bayreuth

An den Bahnrennen der blinden und sehbehinderten Speedskater mit Wertung zur DM nehmen vom 1. FCN Roll- und Eissport e.V. teil:

  • Riske Eugen 1978 m B2  Begleitskater Christian ReiserMatthias-Simon
  • John Johannes1981 m B2?  ev. ohne Begleiter
  • Nemati Leyla1974 w B2 Begleitskaterin Petra Raab
  • Landgraf Matthias 1980 m B1 Begleitskater Michael Müller
  • Bienlein Simon 1983 m B1 Begleitskater Christian Besold
  • Eichenseer Gabriele 1988 w B1 Begleitskater Volker Springhart

Wir fahren am 11. Juni gemeinsam mit dem Zug mit dieser Verbindung:

  •  Nürnberg Hbf   R-Bahn R3                        ab 06:56         
  •  Bayreuth Hbf                                              an 07:58                         
  •  Regionalbus 376  Hollfeld Spitalplatz      ab 08:01                                
  •  Bayreuth Freiheitsplatz                             an 08:08                                   
  •  Fußweg  ca. 9 Minuten  ca. 0,6 km                            
  •  Bayreuth, Am Mühlgraben                       an  08:17

In Nürnberg treffen wir uns um 6:50 Uhr im Hauptbahnhof Mitteleingang am Ende der langen Rolltreppe. Sollten wir in Bayreuth den Bus nicht erreichen, müßten wir mit dem Taxi zum Mühlgraben fahren. Nach der Siegerehrung fahren wir umgehend wieder zurück nach Nürnberg und sind voraussichtlich am späten Nachmittag oder frühen Abend zurück.

cappSportcup Ende

Am 6. September 2015 fand zum letzten Mal der cSc in Langenfeld statt.

Die Veranstaltung mußte mangels ehrenamtlicher Helfer eingestellt werden. Die tolle Veranstaltung konnte nur durch einen extrem hohen ehrenamtlichen Einsatz cSc Weik Stiftungdruchgeführt werden. Ehrenamltiche Helfer, die schon langjährig mitmachten, schieden aus Altersgründen aus und jüngere kamen nicht in ausreichendem Umfang nach.

In einer Mail an Herrn Weik drückte Volker sein Bedauern mit einem kurzen Abriss aus der Geschichte der Verbindung zum cSc aus:

Dass der cSc in Langenfeld nicht mehr stattfinden wird, habe ich mit großem Bedauern zur Kenntnis genommen. Ein so großer Aufwand ist ja wirklich nur mit vielen ehrenamtliche Helfern zu bewältigen. Und es hat mich immer verwundert, wie diese große Veranstaltung in Langefeld bewältigt wurde.
Vor 15 Jahren waren wir mit den blinden Inlineskatern erstmals in München dabei. Sie haben mit ihren Veranstaltungen in München die Idee und Grundlage für die Teilnahme von blinden Menschen an Skaterrennen gelegt. Beim 1. FCN Roll- und Eissport e.V. fand ich eine große Bereitschaft, die blinden und sehbehinderten Skater zuerst in der Kinder und Jugendgruppe zu integrieren. Vor 10 Jahren gestalteten wir in Verbindung mit dem cSc in München eine gemeinsame Zeltfreizeit der blinden und sehbehinderten Skater der Blinden- und Sehbehindertenschule mit der Kinder- und Jugendgruppe des 1. FCN Roll- und Eissport e.V. Im gleichen Jahr startete dann unser Verein die Initiative in die Wettkampfordnung des DRIV einen Passus für behinderte Sportler einzuführen, um dann auch Deutsche Meisterschaften mit den behinderten Sportlern auszurichten. Also schon vor 10 Jahren wurde die heute so groß geschriebene Inklusion von behinderten Sportlern in den “normalen” Sportbetrieb vorangetrieben. …
In tiefer Vebundheit und Dankbarkeit an Sie und den cSc grüßt herzlich Volker Springhart

Langenfeld2015-WaveboardBeim letzten cSc waren erstmals Waveboards zugelassen und Volker absolvierte die Strecke zweimal auf dem Waveboard.

Hier noch ein Video zur 2. Runde auf der Strecke in Langenfeld als Erinnerung an die tollen Veranstaltungen in Langenfeld.